Leschs Kosmos: Die Macht der Musik. Magie und Manipulation.

Dienstag, 17.02.2015 23:00 Uhr im ZDF

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Leschs Kosmos: Die Macht der Musik. Magie und Manipulation am 17.02.2015 um 23:00Uhr im ZDF

Musik bewegt uns. Sobald sie erklingt, zieht sie uns mit ihrer schier magischen Wirkung in ihren Bann. Ihre Unschuld hat Musik aber längst verloren. Sie steht nicht mehr nur für Lebensfreude und Unterhaltung. Musik wird sprichwörtlich instrumentalisiert. Im Krieg dient sie seit Jahrhunderten als Aufputschmittel für die Truppen. Als Psychowaffe wird sie seit Mitte des 20. Jahrhunderts eingesetzt. Laut dröhnende Klänge sollen den Gegner zur Aufgabe zwingen.

Doch kann das überhaupt funktionieren? Forscher an der Universität Montreal untersuchen, wie sich dissonante Klänge auf unser Gehirn auswirken. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Amygdala, die das Angstzentrum im Gehirn aktiviert. Andere Hirnareale hingegen werden angesprochen, wenn uns Musik gefällt. Doch welche Musik wir als angenehm empfinden, ist ein Kapitel für sich. Musikgeschmack ist erlernt. Wer mit Pop aufwächst, hat weniger für klassische Musik übrig. Afrikanische Rhythmen klingen in europäischen Ohren fremd. Das Gehirn speichert jede akustische Wahrnehmung ab und ordnet sie bestimmten Situationen und Erlebnissen zu. Ertönt ein Klang, ein Geräusch, ein leises Fiepen, wissen wir es sofort einzuordnen.
 

Diese Macht der Gewohnheit ist in der Autoindustrie von zentraler Bedeutung. Motorengeräusche von Autos müssen die Erwartung der Käufer erfüllen. Reifengeräusche sollen im Innenraum des Autos kaum hörbar sein und ein Blinker soll das Gehirn des Fahrers nicht nerven. Akustik-Design nennt sich diese Disziplin, die vertraute Klänge in Gegenstände einbaut, um so Vertrautheit und Sicherheit herzustellen. Sie sollen wie Musik in den Ohren von Verbrauchern klingen.

Doch Musik kann angeblich noch viel mehr. Sie soll sogar schlau machen. Zumindest sorgte der so genannte „Mozart-Effekt" in den 1990er Jahren für reißenden Absatz in den Plattenläden der Welt. Forscher hatten herausgefunden, dass Studenten beim Hören von Mozart bessere Leistungen erzielten. Fortan beschallten Mütter sogar ihre Babybäuche mit klassischer Musik, in der Hoffnung, ein möglichst intelligentes Kind zu gebären. Doch der Effekt konnte nie bestätigt werden. Ganz im Gegenteil. Niemand wird schlauer, nur weil er Musik hört. Wer allerdings selbst Musik macht, kann von ihr profitieren. Musizierende Kinder bilden Motorik, Gedächtnisleistungen und soziales Verhalten besser aus.

Musik treibt aber nicht nur den Geist zu Höchstleistungen an. Forscher am Max-Planck-Institut in Leipzig erforschen, wie Körper und Musik beim Sport zusammenspielen und sie machen eine außerordentliche Entdeckung. Am leistungsfähigsten sind Sportler dann, wenn sie während des Trainings selbst Musik machen. Wie das gehen soll? Die Wissenschaftler haben spezielle Geräte entwickelt, die mit Hilfe einer Musik-Software Bewegungen in Töne umsetzen.

Aber nicht nur hörbare Töne beeinflussen uns. Auch Klänge außerhalb des menschlichen Frequenzbereichs entfalten ihre Wirkung. Die Schallwellen, die Gewitter oder Stürme erzeugen, lösen bei manchen schon Beklemmungsgefühle aus, wenn das Unwetter noch in weiter Ferne liegt. Im Tierreich sind diese Töne aber von essentieller Bedeutung. Wale sind Meister der Kommunikation mit Infra- und Ultraschallwellen. Sie kommunizieren mit Hilfe der Wellen mit Artgenossen, jagen und orientieren sich. Doch seit einiger Zeit häufen sich Walstrandungen an den Küsten der Weltmeere. Die Wale scheinen die Orientierung zu verlieren. Umweltschützer hegen einen Verdacht. Führt der Lärm von Schiffen, Ölbohrplattformen und Militärmanövern die Könige der Meere in die Irre?

Harald Lesch begibt sich auf eine Reise durch die facettenreiche Welt der Musik und entdeckt erstaunliche und unerwartete Zusammenhänge.

 

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