Die Abrissindustrie

Industrieller Rückbau mit Fingerspitzengefühl

Montag, 21.11.2011, 21:30 in 3sat

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Industrie lebt vom Wandel. Nicht nur Strategien und Märkte ändern sich, sondern auch die Infrastruktur. Im Nachkriegsdeutschland wurde viel und schnell gebaut. Einige dieser Bauwerke haben ihr Haltbarkeitsdatum aber bereits überschritten. Und gleichzeitig fehlt der Platz für neue Produktionskapazitäten, denn Genehmigungsverfahren für komplett neue Standorte sind langwierig und kompliziert.

Doch wie sollen Unternehmen einen stillgelegten Kraftwerks-Schornstein abbauen, wenn sie ihn nicht sprengen können, ohne umliegende Gebäude zu schädigen? Unter welchen Voraussetzungen darf oder muss überhaupt gesprengt werden? Wer kümmert sich um die abgebauten Reste der Industrieanlagen? In den vergangenen 30 Jahren haben sich nicht nur Baurichtlinien dramatisch geändert, sondern auch Vorschriften zum Lärmschutz und zur Entsorgung. Auch vor bösen Überraschungen ist in dieser Branche keiner sicher: Beim Abbruch eines 300-Meter-Schornsteins entdeckt eine Spezialfirma auf halber Höhe nicht dokumentierte Eisenträger im Inneren. Und steht vor einem Dilemma: Weitermachen und riskieren, dass der Spezialkran beschädigt wird; oder doch sprengen und riskieren, dass das benachbarte Kraftwerk in Mitleidenschaft gezogen wird.

Nicht erst nach dem Beschluss zum Atomausstieg beschäftigt die Branche die Frage, was geschieht mit den Resten der Kernkraftwerke, die schon weit vor Fukushima stillgelegt wurden? Ist eine sichere Entsorgung überhaupt denkbar? Wo reguläre Deponien schon mit Überdachungen und Luftabsaugungen für Problemmaterialien arbeiten müssen, gleichen die Entsorgungsanlagen schwach strahlenden Materials einer Hochsicherheitszone.

hitec zeigt die Herausforderungen einer relativ unbekannten Branche: Einer Industrie, die Aufbau erst durch Abriss mit Fingerspitzengefühl ermöglicht.

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